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Eine große Hilfe, Boje!

Der Boje saß die 43jährige Briefträgerin Chantall gegenüber, was in dieser Welt bedeutete, dass sich eine vergleichsweise optimale Frau im selbstironischen Strickpulli, Boje, einem 2 Meter 50 Monster namens Welpenmassaker3000, Chantall, gegenüber fand.

Der Avatar der Boje lächelte und nickte, der Therapieraum versuchte beruhigend zu vibrieren. Welpenmassaker3000 schluchzte und erzählte mit zitternder Dröhnstimme von zugeklebten Briefkästen, dem tragischen Tod ihrer Katze Walter und sexueller Frustration.

Leicht verdientes Geld, lachte Boje in sich hinein. Das digitale Diplom in Psychodialyse stammte von einer obskuren Kirche aus den USA und war gerade im Sonderangebot zu haben. Sobal Welpenmassaker3000 abgefertigt sein würde, wollte Boje losziehen und in virtuelle Obstplantagen investieren.

Lächeln, Nicken und, um Himmel willen, bloß die blöde Fresse halten. Boje war zwar auf dem neuesten Stand der Technik aber trotz allem nur eine Boje Netzanschluss.

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Schmeckt’s, Boje?

Der Einkauf von Lebensmitteln wurde in der digital-materialen Stadt mit einem religiös-fanatischen Eifer zelebriert. Die Auswahl an Abbildern realer und erfundener Nahrung war gigantisch und sinnlos. Die Lustmaschine* belieferte alle Menschen mit der gleichen farb- und geschmacklosen Paste. Die Rezeption wurde mit Nervenmanipulatoren elektrisch aufgewertet. Die perfekte Welt, der schöne Avatar einer vernunftbegabten Boje mittendrin. Man musste einen gewissen Anschein wahren.

Sie überlegte, was sie sich kaufen sollte. Als Boje konnte man zwar nicht allzu gut verdienen, ihre Hobbybeschäftigung (Digital-Materiale Prostitution) gleichte das jedoch aus. Schließlich konnte sie sich für ein Bündel Flananen entscheiden. Flananen sind Bananen mit einem Kringel. Damit sie lustiger aussehen. Die Wunder der Technik.

Foto via Flickr

* Lustmaschine? Ein paar Sätze zu dem Gedankenexperiment findet man hier.

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Gute Güte, Boje!

“Hätten Sie dann freundlicherweise die Güte, den Weg freizugeben?”

Sie wollte nicht. Das wäre ja noch schöner. Seit irgendein Idiot die Materialisierung digitaler Netze erfunden hatte, tummelten sich die meisten User in einer zwar riesigen aber überfüllten Stadt obwohl die neue Welt theoretisch grenzenlos war. Menschlich.

Oder fast. Sie selbst war jedenfalls eine vernunftbegabte Boje. Das neueste in künstlicher Intelligenz, dennoch frustrierend stumpfsinnig und einsilbig. Ihr attraktiver Avatar hatte äußerlich natürlich wenig bis gar nichts mit einer Boje gemein. Sie antwortete dem wortgewandten Fremden mit einem unverhältnismäßig cleveren “Nö!”, musste sich aber bald nichtsdestotrotz in Bewegung setzen. Sie hatte eine Verabredung einzuhalten. Auf zum Fetischforum!

Foto via Flickr

Nutzung digitaler Räume mal ganz wissenschaftlich? Lesetipp/-Probe

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